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4. Mai 1626

24 Dollar für Manhattan

Die Geschichte gehört zu den bekanntesten Gründungsmythen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, illustriert sie doch eindrücklich, wie man in der Neuen Welt mit dem geringsten Einsatz ein geradezu unglaubliches Ergebnis erzielen kann – oder zumindest konnte. Der geringe Einsatz hatte einen Gegenwert von gerademal 24$, und das unglaubliche Ergebnis ist nichts Geringeres als New York, „The Big Apple“. Doch der Reihe nach. 1609 war Henry Hudson auf der Suche nach einem Wasserweg nach Indien auf eine Insel an der nördlichen Westküste Amerikas aufmerksam geworden. Sie lag an der Mündung dreier großer Ströme, auf denen sich das Landesinnere ideal erschließen ließ. Hudson empfahl seinen Auftraggebern von der Niederländischen West-Indien Kompanie, sich die Handelsrechte in dieser Region zu sichern. So geschah es, und es entstand die Kolonie „Nieu Niederlandt“, die sich vom heutigen New Jersey bis nach Neuengland erstreckte. 15 Jahre später kamen die ersten Siedler auf der Insel an: „Eine Gesellschaft von 30 Familien, die meisten von ihnen Wallonen“, wie ein zeitgenössischer Historiker dokumentiert. 1626 schließlich erreichte Peter Minuit, der neue Gouverneur der Kolonie, die Insel. Der Sohn wallonischer Flüchtlinge aus Deutschland begann sogleich die weit verstreuten Siedler rund um die Flußmündung an der Südspitze der Insel zusammenzuziehen. So entstand das Fort Neu Amsterdam, die erste von Europäern bewohnte Ansiedlung auf dem Gebiet des heutigen New York. Doch die Indianer, die auf den die Flußmündungen umgebenden Hügeln wohnten, nutzten die Insel, die sie „Manahatta“ nannten, weiterhin als Jagdrevier. Daran störte sich Minuit offenbar, und so handelte er den Indianern am 4. Mai 1626 ihre Insel ab. Im Gegenzug erhielten die Ureinwohner Schmuck, Töpfe und andere Waren im Wert von 60 Gulden: unsere sagenhaften 24 Dollar. Eine lohnende Investition, wenn auch nicht für die, die sie tätigten. Zwar wuchs aus dem kleinen Neu Amsterdam in den Jahrhunderten tatsächlich die aufregendste Stadt der Welt – doch man erkennt es unschwer am Namen: Die Engländer und nicht die Niederländer machten aus dem einfachen Fort die pulsierende Metropole, denn sie übernahmen im Jahr 1664 Kolonie und Stadt.

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