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25.12.274

Feiertag für den Sonnengott

An Weihnachten 274 feierte ganz Rom ausgelassen – allerdings nicht die Geburt Jesu, sondern die Entstehung der Sonne. Der 25. Dezember war zu Julius Caesars Zeiten der Tag der Wintersonnenwende gewesen, und obwohl dieses Ereignis im julianischen Kalender nach fast 300 Jahren ein wenig verschoben war, galt der Tag offiziell noch immer als der kürzeste des Jahres – und als „Geburtstag“ des Sonnengottes. In Rom existierte bereits seit längerem auch ein Kult um den Sonnengott, als im Jahr 274 Kaiser Aurelian vor einer entscheidenden Schlacht eine Vision gehabt und sich fortan als Schützling des unbesiegbaren Sonnengottes, des Sol Invictus, verstanden haben soll.

Sein Erfolg machte den Sol-Kult populär. Denn Aurelian machte nicht denselben Fehler wie einst der junge Kaiser Elagabal (eigentlich Marcus Aurelius Antoninus), der den Kult um den Sonnengott Elagabal aus Emesa „importiert“ hatte. Diesen Gott hatten die Römer immer als zu frivol und fremd empfunden. Aurelian dagegen knüpfte nahtlos an die römische Sonnenverehrung an. Am 25. Dezember 274 weihte der Kaiser dem Sol Invictus einen großen Tempel an der Via Flaminia und entschied, dass dieser Tag reichsweit Feiertag sein sollte. Alle vier Jahre wurden zu diesem Anlass Wettkämpfe ausgetragen. Die Römer nahmen es freudig auf, und möglicherweise führte gerade die Beliebtheit des Sonnenkults dazu, dass die Christen später den Geburtstag Christi auf die Nacht zuvor verlegten.

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