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25.03.1876

Lindes Kältemaschine

Im 19. Jahrhundert waren Brauereien zur Lagerung von untergärigem Bier auf kalte und tiefe Bierkeller angewiesen. Diese boten jedoch nur beschränkten Lagerplatz. Natureis, die Alternative, war teuer. Außerdem konnte der Nachschub ausbleiben. Da ließen die Forschungen des in Oberfranken geborenen Hochschulprofessors Carl von Linde die Brauereien aufhorchen. Linde
untersuchte, wie der Wirkungsgrad bestehender Eis- und Kühlmaschinen verbessert und weiterentwickelt werden konnte.

Mit finanzieller Unterstützung eines Bierbrauers baute von Linde eine Kompressionskältemaschine, die Ammoniak als Kältemittel nutzte. Im Gegensatz zu bereits bestehenden Apparaturen konnte seine Maschine mit Wirtschaftlichkeit, Betriebssicherheit und Langlebigkeit aufwarten. Am 25. März 1876 erhielt von Linde für seine Erfindung ein bayerisches Patent, das Reichspatent folgte im August 1877. Von Linde verließ die Universität und gründete die „Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen Aktiengesellschaft“. Sie existiert in anderer Form bis heute. Machte es die Gründerkrise im Deutschen Reich dem Unternehmen zunächst schwer, so ließ der warme Winter von 1883/84 die Nachfrage der Brauereien nach Lindes Kältemaschinen explodieren, da der Natureismarkt durch das milde Wetter eingebrochen war. Bis zum Ende der 1880er Jahre lieferte Lindes Unternehmen 747 Kältemaschinen an 445 Brauereien aus. Schon bald wurden seine Apparaturen dann auch in Schlachthäusern eingesetzt.

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