26.07.1670 Vertreibung der Wiener Juden - wissenschaft.de
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26.07.1670

Vertreibung der Wiener Juden

Erst starb 1668 der drei Monate alte Kronprinz Ferdinand Wenzel, dann verheerte ein Brand Teile der Wiener Hofburg. War das Gottes Zorn über die Juden, die im Ghetto „Am Unteren Werd“ in Wien lebten? Solche Stimmen drangen immer öfter an Kaiser Leopolds Ohr. Seine Gattin Margarita Theresia soll sich so geäußert haben, aber auch Vertreter der katholischen Geistlichkeit machten immer stärker Stimmung gegen die jüdischen Gemeinden. Seitens der christlichen Bevölkerung häuften sich Übergriffe auf die jüdischen Einwohner. Die Inquisitionshofkommission empfahl 1669 in einer Stellungnahme die Ausweisung der Juden, die Kaiser Leopold denn auch anordnete. Dazu wurde eine Frist bis zum April 1670 gesetzt, die schließlich bis zum 26. Juli 1670 verlängert wurde. Bis dahin mussten über 1600 Menschen die Stadt Wien verlassen haben – allen Appellen und finanziellen Aufwendungen der Betroffenen und allen Protesten einflussreicher Fürsprecher im In- und Ausland zum Trotz.

Während die Vertriebenen verzweifelt nach einer neuen Heimat suchten und einige Familien bis nach Berlin zogen, wurde aus dem Judenviertel „Am Unteren Werd“ die Leopoldstadt: Die erst 1650 gestiftete Neue Synagoge wurde abgerissen und an ihrer Stelle die Leopoldskirche errichtet. Das Fehlen der jüdischen Gemeinde kam Wien indes bald teuer zu stehen, nicht zuletzt in Form ausbleibender Steuereinnahmen. Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde es Juden daher zunehmend wieder erlaubt, sich in der Stadt niederzulassen.

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