27.05.1234 Bauern kämpfen gegen Ritter - wissenschaft.de
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27.05.1234

Bauern kämpfen gegen Ritter

Die Bauern des Stedinger Landes an der Unterweser wollten die Freiheit. Im 12. Jahrhundert hatten die Erzbischöfe von Bremen begonnen, die Elb- und Wesermarschen gezielt zu besiedeln und urbar machen zu lassen. Für die harte Arbeit, die mit Deichbau und Entwässerung verbunden war, wurden die Siedler mit großzügigen Ländereien und einer geringen Abgabenlast entschädigt. Es entstanden gut organisierte Bauernverbände, die weitgehend autonom agierten und sich entschieden gegen jeglichen herrscherlichen Zugriff zur Wehr setzten. Dieses Selbstbewusstsein der Stedinger Bauern bekam im 13. Jahrhundert auch der Bremer Erzbischof Gerhard II. zu spüren, als er von ihnen Steuerabgaben forderte. Ketzer seien sie und müssten ausgerottet werden, ereiferte sich Gerhard beim Papst und rief mit dessen Billigung 1233 zum Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern auf.

Angeführt von Thammo von Huntorp, Detmar tom Dyk und Bolko von Bardenfleth, konnten diese anfangs sogar Erfolge gegen die Ritter verzeichnen, doch hatten die Bauern gegen die Profikämpfer im Harnisch auf Dauer keine Chance. Nach einer Niederlage der Kreuzfahrer Ende 1233 bei Hasbergen endete der spektakuläre Freiheitskampf der Stedinger Bauern am 27. Mai 1234 auf einem Feld bei Altenesch, als sie mutig gegen das Ritterheer Gerhards und seiner Verbündeten antraten und zu Tausenden den Tod fanden.

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