29.04.1899 Rekord für Elektroauto - wissenschaft.de
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29.04.1899

Rekord für Elektroauto

Mit der Entwicklung des Automobils begann der Rausch der Geschwindigkeit. Nachdem Carl Benz seinen „Motorwagen Nummer 1“ 1886 hatte patentieren lassen, galt es zunächst als unmöglich, schneller als 100 Kilometer pro Stunde zu fahren. Für das erste Landgefährt, das diese Barriere passierte, lobte die Zeitung „La France Automobile“ eine Auszeichnung aus. Der belgische Ingenieur und Rennfahrer Camille Jenatzy nahm 1899 die Herausforderung an. Sein ärgster Widersacher war der Franzose Gaston de Chasseloup-Laubat. Der Wettstreit trieb die beiden Rennfahrer zu Höchstleistungen an, der Temporekord erreichte immer neue Höhen. Jenatzy ging schließlich mit seinem Rennwagen, den er auf den Namen „La Jamais Contente“ – „Die niemals Zufriedene“ – taufte, als Sieger hervor. Auf einer Strecke bei Achères rund 25 Kilometer nordwestlich von Paris legte er am 29. April 1899 die Strecke von einem Kilometer in 34 Sekunden zurück. Damit erreichte er eine Geschwindigkeit von 105,882 Kilometern pro Stunde.

Aus heutiger Sicht bietet das torpedoförmige Gefährt eine Überraschung: Es wurde von zwei Elektromotoren angetrieben. Das den Akkuzellen geschuldete höhere Gewicht des Automobils – der Wagen wog fast 1,5 Tonnen – nahm Jenatzy zugunsten des höheren Wirkungsgrads gegenüber den damaligen Verbrennungsmotoren in Kauf. Der Motor leistete umgerechnet 68 PS. Seine Konstruktion erwies sich als meisterhaft. Jenatzys Rekord hatte bis 1902 Bestand, dann fuhr ein dampfbetriebener Wagen eine Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde.

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