30.04.1315 Erster Minister hingerichtet - wissenschaft.de
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30.04.1315

Erster Minister hingerichtet

Enguerrand de Marigny hatte Erfolg. Aus niederem französischem Adel stammend, brachte er es bis zum Großkammerherrn des französischen Königs Philipp IV. und wurde sein Erster Minister. Das Volk liebte ihn nicht, erhob er doch immer wieder neue Steuern, um die Kriegszüge des Königs zu finanzieren. Der aber überhäufte seinen Getreuen mit Geld und Geschenken. Alles lief gut bis zu jener Gesandtschaft, die de Marigny 1311 an der Seite von Philipps Bruder Karl von Valois nach Tournai führte. Dort nämlich verhöhnte er Karl bei Verhandlungen mit den Flamen, was dieser ihm nie verzieh.

Das bekam de Marigny gleich nach dem Tod Philipps IV. 1314 zu spüren, als Karl zum engsten Vertrauten und Ratgeber von Philipps Sohn und Nachfolger Ludwig X. wurde. Auf sein Betreiben hin ließ der König Enguerrand de Marigny festnehmen und in den Kerker werfen. Veruntreuung, Korruption, Münzverschlechterung – die Liste der Anklagepunkte war lang. Verteidigen konnte sich der Beschuldigte nicht, es kam nie zu einem Prozess. De Marigny hätte vielleicht mit Verbannung davonkommen können, doch da fügte Karl noch einen Anklagepunkt hinzu: Zauberei. Und so wurde Enguerrand de Marigny zum Tod verurteilt und am 30. April 1315 in Montfaucon gehängt. Erst 1317, als Ludwig X. gestorben war und Karl von Valois seinen politischen Einfluss verloren hatte, wurde er postum rehabilitiert, und seine sterblichen Überreste wurden christlich bestattet.

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