30.06.1764 Erstes Opfer der „Bestie“ - wissenschaft.de
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30.06.1764

Erstes Opfer der „Bestie“

Die 14-jährige Jeanne Boulet war das erste Opfer. Am Morgen des 30. Juni 1764 fand man das Hirtenmädchen aus Saint-Étienne-de-Lugdarès im Südosten Frankreichs grausam zerfleischt auf einem Feld. Ein Wolf, dachte man bestürzt. Immer mehr Menschen der Region Gévaudan (heute Departement Lozère) kamen so zu Tode, an die 100 sollen es bis 1767 gewesen sein. Überlebende beschrieben zunächst ein wolfähnliches Tier von abnormer Größe, Kraft und Schnelligkeit.

Während von der Obrigkeit beauftragte Jagdkommandos Hunderte von Wölfen erlegten und die Bestie dennoch nicht aufhörte, predigte der Bischof von Mende, diese sei die Strafe Gottes für die Sünden der Menschen des Gévaudan. Als Teilnehmer an einer dieser Treibjagden erlegte der Gastwirt Jean Chastel 1767 schließlich ein Tier, das einem Bericht zufolge nur dem Schwanz und Hinterteil nach einem Wolf ähnle, von seiner Größe, dem rot-grauen Fell und dem „ungeheuerlichen“ Kopf aber etwas nie Gesehenes darstellte. Für einen Werwolf habe Chastel die Bestie gehalten und sie deshalb mit geweihten Silberkugeln erlegt, so die Mär. Nach Chastels Jagderfolg hörten tatsächlich die Angriffe auf. Die wuchernden Legenden machen es heute schwer, den historischen Kern um die „Bestie des Gévaudan“ freizulegen. Erklärungsversuche reichen von einem exotischen Raubtier, das aus der Menagerie eines Adligen ausgebrochen war, bis hin zum psychotischen Serienmörder.

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