06.04.1489 Bürgermeister hingerichtet - wissenschaft.de
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06.04.1489

Bürgermeister hingerichtet

Hans Waldmann genoss höchstes Ansehen, als er 1480 Oberzunftmeister von Zürich und 1482 Bürgermeister der Stadt wurde. 1486 verdrängte er den bis dahin mitamtierenden Bürgermeister Heinrich Göldli und lenkte fortan an der Seite seines Amtskollegen Heinrich Röist die Geschicke der Reichsstadt Zürich. Waldmann stammte aus einfachen Verhältnissen, doch der einstige Handwerkslehrling und Söldner hatte durch geschickte Heirat seinen Aufstieg bis in den Kleinen Rat der Stadt geebnet und sich in den Burgunderkriegen im Kampf gegen Karl den Kühnen verdient gemacht. Souverän bewegte sich Hans Waldmann, nunmehr Ritter und Diplomat, als Vertreter der Eidgenossenschaft auf dem politischen Parkett.

Dem kometenhaften Aufstieg folgte der tiefe Fall. Waldmanns Ziel war, die Stellung der Patrizier zugunsten der Zünfte zu beschneiden. Und er nahm keine Rücksicht auf Bedürfnisse der Bevölkerung. Als er im Februar 1489 wegen Wildschadens die Tötung der Hunde von Bauern anordnete, begehrte die Landbevölkerung auf. Nun entlud sich auch der aufgestaute Hass der Stadtbevölkerung, die er mit zahlreichen Verboten und Einschränkungen gegängelt hatte. Obendrein hatte er sich schon Jahre zuvor als Diplomat durch Geschäfte mit Mailand und dem Habsburgerreich so manchen Gegner in der Eidgenossenschaft geschaffen. All dies holte ihn nun ein. Hans Waldmann wurde im April 1489 verhaftet, gefoltert und nach einem Schnellverfahren am 6. April 1489 in Zürich durch das Schwert hingerichtet.

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