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20. August 1400

Absetzung König Wenzels

Wohl kaum ein König des Mittelalters genießt einen schlechteren Ruf als Wenzel IV., römisch-deutscher König und König von Böhmen, dem noch heute der Beiname „der Faule“ anhaftet. Als er 1378 die Herrschaft über das römisch-deutsche Reich antrat, zeigte sich bald, daß er die Erwartungen der Reichsfürsten nicht erfüllen konnte. Er besaß keine der Eigenschaften, die seinen Vater Karl IV. zu einem starken Kaiser gemacht hatten: Weder besaß er dessen taktisches Geschick noch dessen Durchsetzungskraft oder Pragmatismus. Dafür soll er gern dem Alkohol zugesprochen und sich mit seinen Jagdhunden die meiste Zeit in seinen Räumen eingeschlossen haben.

In der Frage der abendländischen Kirchenspaltung traf er keine Entscheidungen, und auch einen allgemeinen Landfrieden konnte er erst nach jahrelangen schweren Konflikten mit Fürsten und Städtebünden durchsetzen. Immer mehr zog sich Wenzel aus den Reichsgeschäften zurück und konzentrierte seine Kräfte auf seine Hausmachtpolitik im heimi?schen Böhmen. Doch auch dort wuchs der Widerstand gegen ihn. Zunehmend verfiel der König in Lethargie und verweigerte seine Teilnahme an den Fürsten- und Städtetagen. Am 20. August 1400 wurde er daher von den rheinischen Kurfürsten in Lahnstein als „unnützer, träger, unachtsamer Entgliederer und unwürdiger Inhaber des Reichs“ abgesetzt und an seiner Stelle Pfalzgraf Ruprecht III. zum neuen König gewählt. Bis zu seinem Tod 1410 nahm Wenzel seine Absetzung nicht an, blieb aber fortan auf sein Königreich Böhmen beschränkt.

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