25. November 1147 Amerika sieht rot - wissenschaft.de
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25. November 1147

Amerika sieht rot

„Sind Sie oder waren Sie jemals Mitglied der Kommunistischen Partei?“ So lautete die zentrale Frage vor dem „Ausschuss zur Untersuchung unamerikanischer Umtriebe“, der bereits 1938 vom US-Repräsentantenhaus ins Leben gerufen wurde und dessen bekanntester Vorsitzender von 1950 bis 1954 Senator Joseph McCarthy war. Angesichts des schwelenden Ost-West-Konflikts nach 1945 waren die kommunistischen Feindbilder allgegenwärtig. Die rote Gefahr, so glaubte man, lauere auch im eigenen Land und drohe die Gesellschaft zu unterwandern. Eine Gesinnungsüberprüfung wurde eingeleitet. Betroffen waren vor allem die Filmschaffenden aus Hollywood, die im Oktober 1947 vor den Ausschuss geladen wurden.

Die ersten zehn, die „Hollywood Ten“, wie sie später genannt wurden – unter ihnen die Drehbuchautoren John Howard Lawson, Ring Lardner jr. und Dalton Trumbo – lehnten jedoch rundweg ab, die beharrlichen Fragen zu beantworten. Lawson etwa erwiderte couragiert, es sei tragisch, dass er dem Ausschuss das amerikanische Grundprinzip der Meinungsfreiheit erklären müsse.

Die Studiobosse reagierten um‧gehend: Sie beschlossen auf einem Treffen am 25. November 1947 im Hotel Waldorf Astoria in New York, die Beschuldigten nicht mehr zu unterstützen. Die Engagements der „Hollywood Ten“ wurden fristlos gekündigt bzw. ihre Drehbücher zurückgewiesen. Für viele bedeutete es das Ende ihrer Karriere überhaupt. Mit den ersten zehn Namen begann auch die berühmt-berüchtigte „schwarze Liste“, die in den folgenden Jahren auf rund 240 Personen verlängert wurde.

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