9. Januar 1794 Amtssprache Deutsch? - wissenschaft.de
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9. Januar 1794

Amtssprache Deutsch?

Unter den Auswanderern, die im 19. Jahrhundert in Nordamerika ihr Glück suchten, waren auch viele deutschsprachige. In der Neuen Welt warteten neben ungekannten Freiheiten und Möglichkeiten auch Probleme auf sie. Zwar hatten die Vereinigten Staaten keine offizielle Amtssprache, doch war Englisch die dominierende und akzeptierte Geschäftssprache. Um den deutschsprachigen Einwanderern, die des Englischen noch nicht mächtig waren, den Umgang mit amerikanischen Gesetzen zu erleichtern, reichte eine Gruppe von Deutschen am 9. Januar 1794 eine Petition beim Repräsentantenhaus ein, in der sie darum bat, einige Gesetzestexte in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Der Antrag wurde mit 42 zu 41 Stimmen abgelehnt.

„Je schneller die Deutschen zu Amerikanern werden, desto besser“, begründete der deutschstämmige Frederick Augustus Muehlenberg, Sprecher des Repräsentantenhauses, das Ergebnis der Abstimmung. Die Petition war gescheitert. 1828 tauchte in Pennsylvania, dessen Bevölkerung zu einem Drittel deutschstämmig war, ein Gerücht auf: Bei einer Abstimmung, ob Deutsch neben Englisch die zweite offizielle Amtssprache der USA werden solle, habe nur die Stimme Muehlenbergs den Ausschlag dagegen gegeben. Diese Muehlenberg-Legende hält sich bis heute hartnäckig, obwohl es in den USA nie eine solche Abstimmung gegeben hat und bis heute nicht einmal Englisch die offizielle Amtssprache ist.

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