158 Angeklagt wegen Zauberei - wissenschaft.de
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158

Angeklagt wegen Zauberei

Der Römer Apuleius war ein professioneller Redner und seriöser Philosoph. Es passt so gar nicht ins Bild, dass dieser Mann der Zauberei angeklagt wurde. Zum Verhängnis wurde ihm seine Ehe mit der älteren reichen Witwe Aemilia Pudentilla. Einer von Aemilias Söhnen, ein Studienfreund des Apuleius, hatte diese Beziehung eingefädelt und damit ein Familiendrama entfesselt. Der jüngere Sohn der Witwe befürchtete nämlich erbrechtliche Konsequenzen. Vor Gericht lautete der Vorwurf: Apuleius habe sich die Witwe durch magische Praktiken gefügig gemacht, um an ihr Vermögen zu kommen. Gegen Apuleius spielte die Anklage dessen hohes Interesse an religiösen Geheimriten aus.

Wohl im Jahr 158 n. Chr. kam es in Sabratha (im heutigen Libyen) zur Verhandlung. Doch Apuleius war nicht umsonst ein begnadeter Redner, wie man anhand seiner überlieferten Verteidigungsrede nachvollziehen kann. Genüsslich überzog er seine Gegner mit Häme und Spott. Wäre er wirklich so gefährlich, wie sie behaupteten, hätten sie wohl kaum gewagt, ihn vor Gericht zu ziehen! Seine Argumentation überzeugte den Statthalter. Nach dem Freispruch blieb Apuleius als angesehener Bürger in Nordafrika, wo er sein Hauptwerk verfasste: die „Metamorphosen“, auch bekannt unter dem Titel „Der goldene Esel“, worin sich die berühmte Geschichte von Amor und Psyche befindet.

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