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01.12.1959

Antarktis im Kalten Krieg

Er war eines der ersten hoffnungsvollen Zeichen in der Zeit des Kalten Kriegs: Zwölf Staaten, darunter die USA und die UdSSR, unterzeichneten am 1. Dezember 1959 in Washington den sogenannten Antarktis-Vertrag. Vereinbart wurde das Abkommen im Verlauf des „Internationalen Geophysikalischen Jahres“ von 1957/58. Daran nahmen die Staaten Argentinien, Australien, Belgien, Chile, Frankreich, Japan, Neuseeland, Norwegen, die UdSSR, Südafrika, Großbritannien und die USA teil. Die Signatarstaaten verpflichteten sich, in dem Gebiet südlich des 60. Breitengrades auf jegliche militärische Aktivität zu verzichten und dort ihre Gebietsansprüche zurückzustellen. Sie definierten sich zudem nicht als exklusive Gruppe, sondern luden alle Länder der Staatengemeinschaft ein, sich an der friedlichen Erforschung zu beteiligen. Auch die DDR und die BRD traten 1974 bzw. 1979 dem Antarktisvertrag bei. Das multilaterale Vertragswerk hatte somit eine folgenschwere Wirkung: Durch die Bestimmungen über den riesigen Raum des Südpolargebietes wurde die zwischenstaatliche Kooperation über die bestehenden politisch-ideologischen Grenzen hinaus gefördert. Heute ist der Pakt Teil des umfangreichen Antarktis-Vertragssystems mit seinen 50 Vertragsstaaten. Während in den Anfangsjahren der Aspekt der friedlichen Nutzung der Antarktis im Vordergrund stand, hat sich dieser Schwerpunkt in den letzten Jahrzehnten auf den Umweltschutz verschoben, denn das fragile Ökosystem wird durch Pläne zum Rohstoffabbau bedroht.

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