28.02.1981 Atomkraft? Nein danke! - wissenschaft.de
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28.02.1981

Atomkraft? Nein danke!

Die Veranstalter sprachen von 100 000 Demonstranten, die Polizei von 50 000. Doch gleichgültig, welcher Zahl man Glauben schenken mag, am 28. Februar 1981 fand die bis dahin größte Demonstration gegen Kernkraftwerke statt, diesmal gegen das seit 1976 im Bau befindliche Atomkraftwerk bei Brokdorf. Schon zuvor hatte die Anti-AKW-Bewegung gegen dieses Kernkraftwerk demonstriert, dann war im Oktober 1977 ein Baustopp wegen der ungeklärten Entsorgung des Atommülls verhängt worden. Die Aufkündigung dieses Baustopps wurde zum Anlass der neuerlichen Demonstration, bei der 10 000 Polizisten zum Einsatz kamen. Zehn Kilometer marschierten die Demonstranten bei eisigem Wind über den gefrorenen Boden der Wilstermarsch. Das vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg kurz zuvor angeordnete Demonstrationsverbot konnte die Kundgebung nicht mehr stoppen. Polizeiliche Straßensperren wurden später aufgehoben – so dass sich Zehntausende AKW-Gegner direkt am Bauzaun einfinden konnten. Über lange Zeit verlief die Kundgebung friedlich, bis es gegen 17 Uhr am Bauzaun zu Krawallen kam. Hundertschaften der Polizei gingen mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, es gab Verletzte auf beiden Seiten. Eine späte Genugtuung für die Demonstranten: Das Bundesverfassungsgericht stellte 1985 in seinem berühmten Brokdorf-Beschluss fest, dass das Demonstrationsverbot des Landgerichts verfassungswidrig gewesen war, denn friedfertige Bürger hätten ein Recht auf Versammlungsfreiheit.

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