09.02.1982 Aufruf zum Frieden - wissenschaft.de
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09.02.1982

Aufruf zum Frieden

„Frieden schaffen ohne Waffen“, so lautete die Überschrift des „Berliner Appells“. Aufgerufen wurde darin etwa zu einem atomwaffenfreien Europa und dem Abzug ausländischer Truppen aus Deutschland – alles geläufige Forderungen der westdeutschen Friedensbewegung der 1980er Jahre. Das Pikante daran: Für den Appell zeichneten der Ost-Berliner Theologe Rainer Eppelmann und der bekannte DDR-Regimekritiker Robert Havemann verantwortlich. Das Manifest zirkulierte in der DDR zunächst innerhalb einer kleinen Gruppe der evangelischen Kirche, bis es schließlich am 7. Februar 1982 von Eppelmann öffentlich im Gemeindesaal der Samariterkirche in Berlin-Friedrichshain verlesen wurde. Zwei Tage später machte die „Frankfurter Rundschau“ den Aufruf auch gesamtdeutsch bekannt.

So nahm nicht nur die Friedensbewegung in Westdeutschland, sondern auch die in der DDR an Fahrt auf. Die Bekanntmachung des „Berliner Appells“ in einer westdeutschen Zeitung hatte für Rainer Eppelmann jedoch Folgen; er galt fortan als Staatsfeind. Zwei Tage nach der Veröffentlichung wurde der Pfarrer von der Staatssicherheit wegen feindlicher und antisowjetischer Hetze verhaftet und verhört. Eine Intervention der Kirchenleitung verhinderte Schlimmeres. Sie erreichte zwar seine Freilassung, doch mit der Auflage, den kritischen Pfarrer zu disziplinieren. Für Robert Havemann dagegen war es die letzte Aktion gegen das repressive System der DDR. Er verstarb am 9. April 1982.

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