14. April 1783 Aufruf zur religiösen Toleranz - wissenschaft.de
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14. April 1783

Aufruf zur religiösen Toleranz

Gotthold Ephraim Lessing war schon zwei Jahre tot, als sein 1779 veröffentlichtes Drama „Nathan der Weise“ am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt wurde. Zu Lebzeiten hatte er selbst nicht an eine Aufführung geglaubt, als zu provokant wurden der jüdische Protagonist Nathan und dessen Aufruf zu religiöser Toleranz empfunden.

Entscheidend beeinflusst wurde die Entstehung des Ideendramas durch eine theologische Auseinandersetzung, die Lessing mit dem lutherischen Hamburger Pastor Johann Melchior Goeze geführt hatte. In 15 Schriften gegen Goeze hatte Lessing 1778 die Gleichberechtigung aller Religionen propagiert. Prompt wurde ihm verboten, auf dem Gebiet der Religion weiter zu publizieren. Lessing ließ sich davon nicht einschüchtern und setzte den Disput mit seinem „Nathan der Weise“ fort. Kernstück des Dramas ist die „Ringparabel“, in der Lessing zum Ausdruck bringt, dass Islam, Christentum und Judentum gleichberechtigt nebeneinander stehen und keine der Religionen „richtiger“ oder „wahrer“ sei als die andere.

Trotz ausverkaufter Premiere erwies sich „Nathan der Weise“ als Misserfolg und wurde schon nach der dritten Aufführung abgesetzt, da das Publikum ausblieb. Erst eine spätere Bearbeitung durch Friedrich Schiller, der die provokantesten Passagen glättete, verhalf dem Drama zu großer Popularität und Eingang in den bürgerlichen Bildungskanon.

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