23.03.1766 Aufstand der Hüte - wissenschaft.de
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23.03.1766

Aufstand der Hüte

Der Bourbone Karl III. von Spanien war bemüht, sein Land zu reformieren und zu modernisieren. Er stützte sich dabei auf einen ganzen Stab italienischer Berater, allen voran auf seinen Minister Leopoldo de Gregorio, Marquis von Esquilache. Vorbild für gesellschaftlichen Fortschritt war Frankreich, auch in Modedingen. Am 10. März 1766 verbot Karl III. das Tragen des breitkrempigen Sombreros und des langen Mantels. Französisch sollten sich die Spanier künftig kleiden, mit Dreispitz, kurzem Mantel und Strumpfhose. Wer sich dem Gesetz widersetzte, hatte mit Strafen bis zur Kerkerhaft zu rechnen. Die Begründung war allzu fadenscheinig: Die neue Kleiderordnung solle verhindern, dass Kriminelle unter dem Schutz des traditionellen Gewandes ihre Verbrechen begehen könnten.

Hohe Inflation und steigende Preise für Brot und andere Grundnahrungsmittel hatten ohnehin schon zu großer Unzufriedenheit in der Bevölkerung geführt. Das Gesetz, als Infragestellung spanischer Identität wahrgenommen, brachte nun das Fass zum Überlaufen. Am 23. März brach in Madrid der „Aufstand der Hüte“ aus, der sich bald im ganzen Land ausbreitete. Die wütende Menge bahnte sich einen Weg zur Residenz des Königs und forderte die Zurücknahme der Kleiderordnung, eine Senkung der Preise für Grundnahrungsmittel und die Ausweisung des Ministers Esquilache. Der König floh zwar aus Madrid, stimmte aber der Entlassung Esquilaches zu, was die Aufständischen schließlich besänftigte.

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