28.01.1393 „Ball der Brennenden“ - wissenschaft.de
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28.01.1393

„Ball der Brennenden“

Ein charivari, eine Art Maskenball, wurde am französischen Hof traditionell dann veranstaltet, wenn eine Witwe erneut eine Ehe einging. Für Catherine de Fastaverin, Hofdame der französischen Königin Isabeau, die ein drittes Mal heiraten wollte, wurde am 28. Januar 1393 ein solcher Ball veranstaltet. Man feierte bereits ausgelassen, als König Karl VI. und fünf Freunde als „wilde Männer“ auftraten. Dazu hatten sie sich in leinene Gewänder gehüllt, diese mit Harz und Pech beschmiert und Hanf daran geklebt, „damit sie von Kopf bis Fuß zottig und haarig aussahen“. Dazu trugen sie Masken aus ähnlichem Material. Mit Ketten aneinandergebunden, mischten sie sich heulend unter die Tanzenden und forderten sie auf, ihre Identität zu erraten.

Einer der Gäste war des Königs Bruder Ludwig von Orléans. Er soll nach einigen Berichten eine brennende Fackel vor die Maske eines der „wilden Männer“ gehalten haben. Ein Funke reichte, um dessen Kostüm in Brand zu stecken. Schnell sprang das Feuer auf die kostümierten Kameraden über, die sich wegen der Ketten nicht voneinander lösen konnten. Der König kam mit dem Leben davon, doch vier der fünf anderen Männer starben an ihren schweren Verbrennungen. Hatte König Karl schon vor den tragischen Ereignssen erste Anzeichen von Geisteskrankheit gezeigt, so verfiel er jetzt immer mehr dem Wahnsinn.

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