3. Juni 1492 Behaims Erdapfel - wissenschaft.de
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3. Juni 1492

Behaims Erdapfel

Es ist nicht das erste realistische dreidimensionale Abbild der Erde, das je gefertigt wurde – aber in jedem Fall das älteste, das sich erhalten hat. Deshalb gilt der Nürnberger Patriziersohn Martin Behaim als „Erfinder des Globus“. Behaim war schon weit herumgekommen. Nach einer Ausbildung zum Tuchhändler in den Niederlanden hatte es ihn nach Portugal verschlagen, wo er sich als Seefahrer einen Namen machte und sich wohl bei einer Expedition nach Nordafrika große Verdienste erwarb. Dafür belohnte König João II. den Franken mit dem Ritterschlag. Kontakte zu Kolumbus und Entdeckungsfahrten nach China sind indes Episoden, bei denen Legende und Tatsachen nicht mehr zu trennen sind. Unbestritten ist, daß Behaim äußerst erfahren „in der Lage der Länder“ gewesen ist, wie die Schedelsche Weltchronik vermerkt. So kam es wohl dazu, daß er in jener Zeit, in der die Kunde von fremden Ländern auch im fränkischen Nürnberg ein interessiertes Publikum fand, den Auftrag erhielt, dort einen Globus zu fertigen. Aufgrund einer Inschrift auf dem Globus, die als Entstehungsjahr 1492 angibt, hat man zunächst den 3. Juni diese Jahres als „Geburtsdatum“ eingeführt. Neuere Forschungen verlegen dies eher ins folgende Jahr. Der Globus zeigt das mitteleuropäische Bild der Welt am Vorabend der Entdeckung Amerikas. Die Unkenntnis des südlichen Polarraums kaschierte Behaim, indem er diesen Raum für die Widmung und das Stadtwappen Nürnbergs verwendete. Die Nordpolgegend hingegen ist ein reines Phantasiegebilde, besonders auffallend eine menschliche Gestalt, die mit Pfeil und Bogen einen Eisbären jagt. Behaim nutzte die mittelalterlichen Weltkarten und zeitgenössische Seekarten als Quellen. Den Nürnberger Ratsherren gefiel der Erdapfel – und so konnte auch im Rathaus der Reichsstadt ein Stück der großen, weiten Welt begutachtet werden.

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