19.03.1212 Bekehrung zur radikalen Armut - wissenschaft.de
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19.03.1212

Bekehrung zur radikalen Armut

Klara, 1193 als Tochter eines italienischen Adligen geboren, entwickelte eine tiefe geistige Freundschaft zu dem charismatischen Prediger Franziskus von Assisi, dessen schlichte und doch so umstürzende Botschaft sie tief berührte. Sie beschloss, wie er und seine Brüder ein Leben in radikaler Armut zu führen. In der Nacht des 19. März 1212, es war Palmsonntag, verließ sie heimlich ihr Elternhaus. In der kleinen Kirche Portiuncula warteten bereits Franziskus und seine Gefährten auf sie. Mit ihren reichen Kleidern und ihrer Haarpracht legte Klara auch ihr bisheriges Leben in Wohlstand ab. Vor Franziskus leistete sie ihre Gelübde und wurde Gott geweiht.

Doch dass sie als Frau bei den Minderbrüdern blieb, war für Franziskus völlig undenkbar. In den benachbarten Benediktinerinnen-Konventen wurde sie nicht glücklich und beschloss daher, zusammen mit ihrer Schwester Agnes in San Damiano ein Leben als Einsiedlerin zu führen. Aus dieser Keimzelle wurde schnell eine Frauengemeinschaft, die sich der Armut verschrieb. Klara lebte in so strenger Askese und kompromissloser religiöser Hingabe, dass selbst Franziskus sie zu Mäßigung ermahnte. Bis an ihr Lebensende kämpfte sie um die päpstliche Anerkennung ihrer Lebensregel. Ihr und ihren Schwestern wurde strengste Klausur auferlegt, denn Nonnen war ein öffentliches Wirken in tätiger Nächstenliebe untersagt. Die radikale Armut aber wurde als entscheidendes Element in die Regel des Klarissen-Ordens aufgenommen.

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