9. Juni 1954 Bewahrung der Sittlichkeit - wissenschaft.de
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9. Juni 1954

Bewahrung der Sittlichkeit

In der Begründung des Gesetzestextes war von einem „besorgniserregenden Umstand“ die Rede, von einer „ernsten Gefahr für die heranwachsende Jugend“ und von einer „verheerenden moralischen Wirkung“. Gegenstand der Empörung und Sorge waren die frei verkäuflichen, „insbesondere auf sexuellen Anreiz gerichteten Schriften für Jugendliche im Pubertätsalter“ und diejenigen mit gewalt- und kriegsverherrlichendem Inhalt. Bereits im Gründungsjahr der Bundesrepublik 1949 hatte Franz Josef Strauß ein „Gesetz gegen Schmutz und Schund“ gefordert; am 14. Juli 1953 trat das „Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften“ in Kraft. Eine Bundesprüfstelle, deren Mitglieder von den Innenministerien des Bundes und der Länder ernannt wurden, nahm knapp ein Jahr später, am 9. Juni 1954, ihre Arbeit auf. Sie konnte nur auf Antrag tätig werden, womit eine systematische Überwachung von Presse und Literatur ausgeschlossen werden sollte.

Zwischen 1954 und 1963 nahm die Prüfstelle 1600 Objekte in die Liste jugendgefährdender Schriften auf, unter anderem einen Tarzan-Comic (wegen des Lendenschurzes). Auch Nacktbilder fielen unter die Indizierung; 1973 wurde dieser Passus wieder gestrichen. Seit den 1980er Jahren rückten zunehmend neue Medien, vor allem Videos und Computerspiele mit gewaltfördernden Inhalten, in den Blick der Bundesbehörde, die auch heute noch aktiv ist.

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