13.07.1863 Blutige Unruhen in New York - wissenschaft.de
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13.07.1863

Blutige Unruhen in New York

Die anfängliche Kriegseuphorie im amerikanischen Bürgerkrieg dauerte auf Seiten der Union nicht lange. Meldeten sich in den Anfangsjahren noch ausreichend Freiwillige für die Armee des Nordens, verflog diese Bereitschaft mit anhaltender Kriegsdauer. Notgedrungen verfügte die Regierung erstmals ein nationales Wehrpflichtgesetz, den draft – für „das Land der Freien“ ein unerhörter Vorgang. Der Missmut verstärkte sich, weil sich Wohlhabende mit einer Zahlung von 300 Dollar vom Wehrdienst freikaufen konnten. Zusammen mit der unlängst verkündeten „Emancipation Proclamation“ zur Sklavenbefreiung sorgte dies in der Unterschicht für Empörung. Mittellose Weiße seien gezwungen, die Schwarzen zu befreien, hieß es. Hinzu kamen rassistische Vorurteile und die Angst vor den vermeintlich Hunderttausenden von befreiten Sklaven, die in die Städte des Nordens strömen und dort der weißen Arbeiterschaft die knappen Arbeitsplätze streitig machen würden.

Die Wut wuchs in vielen Städten an der amerikanischen Ostküste, am stärksten in New York City. Am 13. Juli 1863 begannen hier blutige Rassenunruhen. Richtete sich die Gewalt zunächst gegen die Rekrutierungsbüros, so wurde alsbald die afroamerikanische Bevölkerung New Yorks zur Zielscheibe des Mobs. Polizei und Ordnungsbehörden der Stadt waren überfordert. Zu Hilfe eilten ihnen reguläre Soldaten, die von den Schlachtfeldern bei Gettysburg zurückkehrten. Vier Tage dauerte es, ehe der „New Yorker Draft Riot“ beendet war. Die Stadt zählte über 100 Tote; die meisten waren Afroamerikaner.

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