21. Juni 1208 Bluttat in Bamberg - wissenschaft.de
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21. Juni 1208

Bluttat in Bamberg

Eine solche Tat habe es bei den Deutschen noch nie gegeben, empörte sich ein Chronist, bevor er die grausamen Ereignisse zu Pergament brachte, die sich am Nachmittag des 21. Juni 1208 in der Bamberger Königspfalz abgespielt hatten. Der Stauferkönig Philipp von Schwaben ruhte in seinen Gemächern, ermattet von der sommerlichen Hitze und einem Aderlaß, den er eben noch über sich hatte ergehen lassen müssen. So war er wehrlos, als plötzlich Pfalzgraf Otto VII. von Wittelsbach mit dem Schwert auf ihn eindrang und ihn erschlug. Die Folgen dieser Bluttat waren schwerwiegend. Der Tod Philipps von Schwaben beendete den bereits zehn Jahre währenden staufisch-welfischen Thronstreit und ebnete dem Welfenkönig Otto IV. den Weg zur Kaiserkrone. Indes bleibt nach den Motiven Ottos von Wittelsbach zu fragen. Wollte der Pfalzgraf mit der Ermordung Philipps eine politische Entscheidung zugunsten König Ottos IV. herbeiführen? Darüber schweigen die zeitgenössischen Berichte beharrlich. Einstimmig vermelden sie jedoch, hinter dem Königsmord habe sich ein persönlicher Racheakt Ottos von Wittelsbach verborgen. Philipp von Schwaben nämlich hatte nicht nur dessen Verlobung mit seiner Tochter Kunigunde gelöst. Viel schwerer wog, daß der Pfalzgraf kurz vor der Tat erfahren hatte, daß der König in einem Brief, der eigentlich ein Empfehlungsschreiben hätte sein sollen, dem Herzog Heinrich von Schlesien dringend von einer Eheverbindung Ottos mit dessen Tochter abgeraten hatte. Eine solch massive Ehrverletzung konnte der Wittelsbacher nur mit dem Schwert beantworten. Allerdings mußte er den Königsmord mit seinem Leben bezahlen: Im Jahr 1209 wurde er von Heinrich von Kalden, dem Marschall des königlichen Hofes, getötet.

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