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30. November 722

Bonifatius wird Missionsbischof

Der Angelsachse Winfrid Bonifatius war bereits ein bekannter Missionar im fränkischen Reich nördlich der Alpen, als er im Jahr 722 erneut vor den Papst trat. Gregor II. hatte ihm zwei Jahre zuvor den Namen Bonifatius verliehen und ihm den Auftrag zur Mission Germaniens erteilt. Nun, beim zweiten Rombesuch, sollte die enge Bindung des Angelsachsen an den Apostolischen Stuhl noch verstärkt werden: Am 30. November 722 weihte ihn der Papst zum Bischof.

Bonifatius legte dabei den Gehorsamseid gegenüber dem Papst ab. Das war für einen fränkischen Bischof völlig neu. Bisher hatten nur die italienischen Bischöfe den Eid geschworen, denn sie unterstanden dem Papst als ihrem Metropoliten. Bonifatius, der sich dem Papst direkt unterstellt hatte, war nun verpflichtet, unkanonisch lebende Bischöfe zu meiden und über sie zu berichten. Seine Romtreue setzte Bonifatius in seinen Wirkungsgebieten Thüringen, Friesland, Hessen und Bayern konsequent um und bemühte sich um eine strikte Ausrichtung der fränkischen Kirche an der römischen Liturgie. Ihm gelang auch die Einrichtung erster Bistümer in Regensburg, Salzburg und Passau.

Zwar konnte sich Bonifatius des Schutzes des karolingischen Hausmeiers Karl Martell versichern, doch brachte ihm sein missionarischer Eifer, mit dem er gegen das Heidentum vorging, nicht überall Freunde. Im Jahr 754 erlitt er beim friesischen Dokkum den Märtyrertod.

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