05.06.1975 Britanniens Ja zu Europa - wissenschaft.de
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05.06.1975

Britanniens Ja zu Europa

Die Erleichterung war Großbritanniens Premierminister Harold Wilson deutlich anzumerken. Mit einem Votum von 67,2 Prozent stimmte die britische Bevölkerung in einem Referendum am 5. Juni 1975 für den Verbleib in der Europäischen Gemeinschaft, der Vorläuferin der Europäischen Union. Das Ergebnis war so nicht zu erwarten gewesen. Großbritanniens Weg in die Gemeinschaft war steinig: Erst nach zwei gescheiterten Anläufen – der französische Präsident Charles de Gaulle legte beide Male sein Veto ein – gelang unter der Tory-Regierung von Edward Heath im Januar 1973 die Aufnahme. Die britische Bevölkerung blieb jedoch skeptisch gegenüber Europa. Zu den anstehenden Wahlen 1974 versprach Harold Wilson, da noch Oppositionsführer der Labour-Partei, im Fall seines Wahlsieges die Bedingungen einer Mitgliedschaft neu zu verhandeln und, erstmals in der Geschichte Großbritanniens, eine Volksabstimmung durchzuführen.

Auch die Parteien waren zerrissen. Wilsons Partei trug heftige Flügelkämpfe zwischen Europa-Befürwortern und -Gegnern aus. Selbst das Kabinett des frischgebackenen Premiers war gespalten. Zu den Unterstützern der EG-Mitgliedschaft gehörten indes weite Teile der Tories unter ihrer Parteiführerin Margaret Thatcher. Wilson jedoch hielt sein Versprechen und ebnete die Bahn für ein erfolgreiches Votum. Er handelte für Großbritannien maßgebliche Sonderbedingungen aus. Vor allem die ländlichen Gebiete profitierten in den folgenden Jahrzehnten von den europäischen Strukturfonds, die auf Wilsons Betreiben hin eingerichtet worden waren.

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