18.11.1302 Bulle „Unam sanctam“ - wissenschaft.de
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18.11.1302

Bulle „Unam sanctam“

Der greise Eremit und „Engelspapst“ Coelestin V. war mit den irdischen Anforderungen, die das Papstamt an ihn stellte, hoffnungslos überfordert. Auf Anraten seines Vertrauten, Kardinal Benedetto Caetani, dankte er daher 1294 nur wenige Monate nach seiner Wahl ab. Caetani wurde als Bonifaz VIII. zu seinem Nachfolger gewählt und setzte nun ganz auf die Betonung und Repräsentation der päpstlichen Vorrangstellung. Im Jahr 1300 rief er das erste Heilige Jahr aus.

Schon frühere Päpste, zuletzt Innozenz III. (1198 –1216), hatten den Anspruch des Papstes formuliert, die höchste Autorität in Kirche und Welt zu sein. Keiner aber hatte die Unterordnung so radikal eingefordert, wie dies Bonifaz VIII. in der Bulle „Unam sanctam“ tat, die am 18. November 1302 verkündet wurde: „Daher aber erklären Wir, bestimmen und verkünden Wir, dass es für alle menschliche Kreatur überhaupt heilsnotwendig ist, dem römischen Papst untertan zu sein.“

Angesichts des darin formulierten Anspruchs auf uneingeschränkte Universalherrschaft nimmt sich der Anlass der Bulle banal aus. Sie entstand im Zuge einer Auseinandersetzung, die Bonifaz VIII. mit König Philipp IV. von Frankreich um die Besteuerung französischer Kleriker führte. Politisch verpuffte ihre Wirkung denn auch schnell. Ein Jahr später wurde Bonifaz in seinem Palast in Anagni von französischen Söldnern überfallen. In der Folge geriet das Papsttum in so starke Abhängigkeit vom französischen König, dass der Amtssitz des Papstes 1309 nach Avignon verlegt wurde.

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