6. Juni 1654 Christina von Schweden dankt ab - wissenschaft.de
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6. Juni 1654

Christina von Schweden dankt ab

Zur Enttäuschung aller war sie nicht der erhoffte männliche Thronfolger geworden: Christina, Tochter des schwedischen Königs Gustav II. Adolf. Dennoch erbte sie mit gerade sechs Jahren den schwedischen Thron, als ihr Vater im Jahr 1632 in der Schlacht bei Lützen tödlich verwundet wurde. Während ein Regentschaftsrat die Regierungsgeschäfte für die minderjährige Königin führte, bekam Christina nach dem Willen des Vaters eine „männliche“ Ausbildung, die nicht nur Fremdsprachen, Geschichte und Geographie umfaßte, sondern auch Reiten, Jagen und Fechten. Nachdem sie 1644 mit 18 Jahren die Regentschaft angetreten hatte, wurde die vielseitig Interessierte bald zur großen Mäzenin von Kunst und Wissenschaft am schwedischen Hof. War sie so für die einen, die ihr Engagement bei den Friedensverhandlungen des Westfälischen Friedens würdigten, die „Minerva des Nordens“, so sahen viele ihrer Zeitgenossen die Königin weitaus kritischer. Ihre Extravaganzen, ihre männlich wirkende Kleidung und ihre sexuelle Orientierung wurden Tagesgespräch: Pamphlete warfen Christina immer wieder Homosexualität vor. Tatsächlich weigerte sich die Königin zu heiraten. Dies und ihre Neigung zum Katholizismus mögen die Gründe für ihre langgehegten Pläne zur Abdankung gewesen sein. Am 6. Juni 1654 legte sie schließlich in einer feierlichen Zeremonie in Uppsala die schwedische Krone zugunsten ihres Vetters Karl Gustav nieder. Ausgestattet mit einer großzügigen Apanage, verließ sie anschließend Schweden, konvertierte heimlich zum katholischen Glauben und ließ sich in Rom nieder. Dort starb sie im Jahr 1689 als päpstliche Pensionsempfängerin – eine in ihrer Unkonventionalität bis heute faszinierende Persönlichkeit.

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