15.11.1920 Danzig wird freie Stadt - wissenschaft.de
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15.11.1920

Danzig wird freie Stadt

„Mögen Danzig und Polen… glücklich und zufrieden nebeneinander leben!“, so wünschte es sich der Vertreter des Völkerbundes Edward Lisle Strutt am 15. November 1920, zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs. Mit diesen Worten erfüllte sich, was der Versailler Vertrag am 28. Januar 1919 festgelegt hatte: Danzig mitsamt seinem fast 2000 Quadratkilometer weiten Umland und den rund 400000 Einwohnern sollte weder Polen noch Deutschland gehören, sondern stand fortan als freie Stadt unter der Aufsicht des Völkerbundes.

Dies war offenkundig eine Kompromisslösung. Einerseits wollte die internationale Gemeinschaft einen unabhängigen polnischen Staat errichten und Polen einen Zugang zur Ostsee verschaffen, andererseits das Gebiet nicht ganz gegen den Willen der mehrheitlich deutschen Bevölkerung Polen zuweisen. Dies hätte dem Prinzip nationaler Selbstbestimmung widersprochen, das bei der Klärung territorialer Fragen nach dem Krieg bestimmend sein sollte. Polen erhielt aber zahlreiche Einrichtungen, darunter die Bahn, die Post und ein Munitionslager auf der Westerplatte im Nordwesten der Stadt. Danzig bekam eine eigene Währung, Briefmarken und sogar eine amtliche Hymne. Der Völkerbund fungierte vor allem als Schiedsinstanz, wenn, wie dies in der Folgezeit häufig geschah, Konflikte unter den polni‧schen, deutschen und kaschubischen Bewohnern auftraten. Trotzdem blieb es lange Zeit in Stadt und Umland friedlich, bis 1939 die Nationalsozialisten Danzig widerrechtlich dem Deutschen Reich einverleibten.

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