Anzeige
Anzeige

2. Mai 1952

Das „Deutschlandlied“ ist Nationalhymne

Kein Gesetz, kein Erlaß – die Veröffentlichung eines Briefwechsel zwischen Kanzler und Bundespräsident schrieb fest, welche Hymne die junge Bundesrepublik repräsentieren sollte. Es war die alte. Jenes Deutschlandlied, von dem Nietzsche gesagt hatte, es sie die „die blödsinnigste Parole, die je gegeben worden ist“. Jenes Lied, das Heinrich Hoffmann von Fallersleben schon 1841 auf der Insel Helgoland gedichtet hatte und das 1922 durch Friedrich Ebert zum Staatslied der Weimarer Republik erhoben worden war. Aber eben auch jenes Lied, das die deutschen Soldaten auf den Lippen hatten, als sie Europa mit Krieg und Leid überzogen. Deshalb wollte Bundespräsident Theodor Heuss dem staatlichen Neuanfang durch eine neue Hymne ein unüberhörbares Symbol geben. Schließlich hätten „viele Menschen unseres Volkes“ die Haydnsche Melodie nur als Vorspiel zum „minderwertigen Horst-Wessel-Lied im Gedächtnis“. Anders der Kanzler: Er fürchtete, daß, wenn die Bundesrepublik es der DDR gleichtäte, und ebenfalls ein neues Staatslied einführte, dies die Teilung weiter zementieren würde. Freilich deutetet Adenauer in seinem entscheidenden Brief an Heuss vom 29.4.1952 diese „innerdeutschen Gefühlsmomenten“ nur am Rande an und betonte viel mehr, die Repräsentanten des Staates im Ausland bräuchten endlich eine Hymne. Sein Kompromißvorschlag: „Bei staatlichen Anlässen soll die dritte Strophe gesungen werden.“ Heuss kapitulierte – freilich nicht ohne deutlich sein Mißfallen auszudrücken Er schrieb dem Kanzler am 2.5.1952 lapidar: „Wenn ich also der Bitte der Bundesregierung nachkomme, so geschieht das in Anerkennung des Tatbestands.“ Der aufrechte Schwabe wollte keine „feierliche Proklamation“, weshalb der Brief und seine Veröffentlichung die einzige juristische Grundlage für die Einführung der Hymne war.

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Spring|schwanz  〈m. 1u; Zool.〉 Angehöriger einer Ordnung ursprünglich flügelloser Insekten mit großer Sprunggabel, die von den Beinanlagen des 3. und 4. Hinterleibssegmentes gebildet wird: Collembola

Jä|ger  〈m. 3〉 1 jmd., der die Jagd rechtmäßig ausübt 2 als Scharfschütze ausgebildeter Infanteriesoldat (Gebirgs~) ... mehr

Jos|ta|strauch  〈m. 2u; Bot.〉 Strauch mit wohlschmeckenden Beeren, eine Kreuzung aus Johannis– u. Stachelbeere [verkürzt <Johannisbeere ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige