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2. Oktober 1608

Das erste Fernrohr

Einst, so die etwas unsichere Überlieferung, spielten zwei Kinder in Middelburg in der Werkstatt des deutsch-niederländischen Brillenmachers Hans Lipperhey mit optischen Linsen. Sie machten die Beobachtung, dass Objekte viel schärfer erschienen, wenn man sie durch zwei hintereinander gehaltene Linsen betrachtete. Lipperhey machte sich diese Entdeckung zunutze und entwickelte ein optisches Gerät mit einer Sammellinse als Objektiv und einer Zerstreuungslinse als Okular, mit dessen Hilfe er Objekte um das Dreifache vergrößern konnte.

Dieses „Instrument zum Sehen in die Ferne“, für das er am 2. Oktober 1608 beim Rat von Zeeland ein Patent beantragte, gilt als das erste Linsenfernrohr. Das erhoffte Patent blieb ihm freilich versagt, denn just zu dieser Zeit erhoben gleich mehrere Personen den Anspruch, das Fernrohr erfunden zu haben. So hieß es später von Lipperhey, er habe die Idee von Zacharias Janssen, gleichfalls als Brillenmacher in Middelburg tätig, gestohlen. Während Johannes Kepler 1611 ein eigenes Modell eines Fernrohrs entwarf, griff Galileo Galilei bereits 1609 auf das Lipperhey’sche „holländische Fernrohr“ zurück, brachte einige Verbesserungen an und baute ein eigenes Exemplar, das „Galilei-Fernrohr“. Mit diesem optischen Gerät entdeckte er die vier größten Monde des Jupiter. Wer nun aber der wahre Erfinder des Fernrohrs war, ist nach wie vor ungeklärt. Diese Ehre müssen sich Hans Lipperhey und Zacharias Janssen bis heute teilen.

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♦ An|glai|se  〈[ãglz] f. 19; Mus.〉 aus dem engl. Volkstanz entwickelter, mäßig schneller Reihen–Gesellschaftstanz im 18./19. Jh., meist im 2 / 2 ... mehr

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