25.06.1094 Das Markus-Wunder - wissenschaft.de
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25.06.1094

Das Markus-Wunder

Ein bekannter und wirkmächtiger Heiliger als Patron einer Stadt versprach nicht nur segensreichen Schutz für die Bewohner, sondern auch Pilgerströme und damit Wohlstand und politischen Einfluss. Und welcher Heilige konnte segensreicher wirken als ein Evangelist? Venedig war der große Coup gelungen, als Kaufleute 828 die Gebeine des heiligen Markus aus Alexandria entwendet und per Schiff, verborgen unter Schweinehälften, in die Lagunenstadt gebracht hatten. Um die Tat zu rechtfertigen und einen legitimen Anspruch auf die Reliquien erheben zu können, erfand man die Legende, der Evangelist habe auf einer Pilgerreise die noch unbesiedelte La‧gune betreten und die Weissagung erhalten, genau dort einmal bestattet zu werden. Die Markus-Reliquien im Besitz Venedigs, das war eine politische Kampfansage und ein deutlich formulierter Anspruch auf die Vorherrschaft im Mittelmeer. Als 996 jedoch der zu Ehren des Heiligen errichtete Markus-Dom niederbrannte, war guter Rat teuer, denn was war Venedig ohne die Gebeine des Evangelisten, die nun als verloren galten? Ein Wunder musste her, und es erfolgte just zur Einweihung des neuen Doms am 25. Juni 1094: Nachdem der Doge und die Geistlichen tagelang gefastet hatten, öffnete sich der Legende zufolge eine Säule des Doms und gab die sterblichen Überreste des Heiligen frei. Angeblich hatte der Doge Pietro Orseolo I. sie dort einmauern lassen.

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