24. Februar 1737 Das Theater und die Zensur - wissenschaft.de
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24. Februar 1737

Das Theater und die Zensur

Zensur lag in der Luft, aber die Autoren im London der 1730er Jahre schrieben weiter ihre Satiren, Burlesken und Farcen mit immer deutlicheren Spitzen gegen die Politiker – allen voran gegen Premierminister Robert Walpole. Der junge Henry Fielding war der erfolgreichste Stückeschreiber der Zeit. Das Publikum liebte den beißenden Spott seiner Komödien. Ende Februar kündigte Fielding an, er werde in einer Woche ein Stück eines unbekannten Autors auf die Bühne bringen. Dessen Titel ließ Brisantes ahnen: „Ein Stück über Könige; oder: von Macplundercan, dem König von Gaunerland.“ Bei der Premiere kam es zu tumultartigen Szenen, was den Erfolg des Stücks aber nur steigerte. Fielding legte nach mit einem eigenen Text: Am 21. März wurde „Historisches Register für das Jahr 1736“ uraufgeführt: Auf einer fiktiven Auktion werden Tugenden wie „Ehrlichkeit in der Politik“ oder „gesunder Menschenverstand“ meistbietend verhökert. Doch die Akteure interessieren sich nur für ein Objekt: „Einfluß bei Hofe.“ Das Register war ein Riesenerfolg. Und hatte Konsequenzen: Walpole brachte im Schnellgang den „Licensing Act“ durchs Unterhaus: Alle Theater bis auf zwei wurden geschlossen, und jedes Stück mußte durch die Zensur. Die Bühne als Ort der politischen Kommentierung hatte zunächst ausgedient.

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