15. Januar 1983 Das Zündholzmonopol läuft aus - wissenschaft.de
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15. Januar 1983

Das Zündholzmonopol läuft aus

Wer kennt sie nicht, die „Welthölzer“ – doch wer weiß, daß sich damit ein spannendes Stück Wirtschaftsgeschichte verbindet? Denn der Erfolg dieser Streichhölzer verdankte sich nicht der Freiheit der großen weiten Welt, wie ihr Name suggerierte, sondern einer Handelsbeschränkung aus der Zwischenkriegszeit. Im Januar 1930 hatte Deutschland mit den sich immer ruinöser auswirkenden Folgen der Reparationen zu kämpfen. Um die aufgenommen Kredite zurückzuzahlen, brauchte man dringend Geld. Dies wiederum hatte der schwedische Zündholzmagnat Ingvar Kreuger im Übermaß – und so kam es zum Deal zwischen dem Deutschen Reich und Kreugers Imperium. Kreugers Firma, „Svenska Tändsticks“, erhielt das Zündwarenmonopol für das gesamte Reichsgebiet. Im Gegenzug legte der Finanzjongleur die sogenannte Kreuger-Anleihe in Höhe von 125 Millionen Dollar auf – eine immense Summe, die er für 50 Jahre gewährte. Es war nicht das erste Mal, dass Kreuger einem Staat aus der finanziellen Patsche half: Um die Marktposition seines auf 150 Fabriken angewachsenen Konzerns abzusichern, hatte der Schwede bereits Monopolverträge mit Rumänien, Ungarn, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei ausgehandelt. Zu der Zeit allerdings, da Deutschland ebenfalls Gläubiger wurde, wankte Kreugers Kredit-System bereits – und ging in den Folgen des New Yorker Aktiencrashs schnell unter. Kreuger nahm sich das Leben, doch das Zündholzmonopol blieb bestehen. Es überdauerte Nazizeit, Weltkrieg und die deutsche Teilung. Auch die BRD zahlte noch die fälligen Raten. Erst 1983 wurde das Monopol aufgehoben. Seither kann sich am Streichholz kein Streit über Monopole mehr entzünden.

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