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26. August 1071

Der Anfang vom Ende?

Romanos IV. Diogenes war nur deshalb Kaiser von Byzanz geworden, weil man von ihm erwartete, daß er als erfahrener Heerführer die Bedrohung durch die türkischen Seldschuken beseitigen würde. Nun stand die Probe bevor. Bei Manzikert im heutigen Ostanatolien suchten die Byzantiner die Entscheidung in der offenen Feldschlacht. Doch die Seldschucken unter ihrem Sultan Alp-Arslan waren ihren Gegnern taktisch weit überlegen. In einer fast klassisch zu nennenden Umfassung zog die türkische Reiterei an beiden Flügeln des byzantinischen Heeres vorbei und führte so den entscheidenden Schlag aus. Das Heer wurde vernichtet, Romanos geriet in Gefangenschaft. Zunächst jedoch schien die Niederlage keine weiteren Folgen zu zeitigen: Schon nach wenigen Tagen war Romanos frei. Als Gegenleistung war viel Geld geflossen, auch hatte der Kaiser zugesagt, die Seldschuken bei zukünftigen Kriegszügen zu unterstützen. Die territoriale Integrität Ostroms wurde nicht angetastet. Als die Botschaft vom Debakel Konstantinopel erreichte, ließ man jedoch den emporgekommenen Soldaten-Kaiser fallen. Alle Gegenwehr nützte nichts, im August 1072 mußte sich Romanos dem neuen Kaiser Michael VII. ergeben. Der ließ ihn blenden, Romanos starb an den Folgen dieser Folter. Sein Tod erst ließ Mantzikert zur wahren Katastrophe werden, denn nun fühlten sich die Seldschuken an keinen Vertrag mehr gebunden und eroberten ganz Kleinasien wie im Flug. Nicht zu Unrecht spricht man deshalb davon, daß die Niederlage von Mantzikert den Anfang vom Ende des byzantinischen Reiches bezeichnet.

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