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21.09.19 v. Chr.

Der Dichter Vergil stirbt

Der Mann war ein Perfektionist, gerade auch bei seinem letzten großen Werk. Vormittags habe Vergil nur einige wenige Verse geschrieben, an denen er den übrigen Tag lang feilte, hieß es. So wundert es nicht, dass Vergil nach zehn Jahren immer noch nicht mit seinem Monumentalwerk, der „Äneis“, zufrieden war. In zwölf Büchern besingt Vergil darin Roms mythische Ursprünge und seinen imperialen Auftrag, eine Dichtung, die Augustus gerade recht kam. Schließlich galt es nach den Bürgerkriegen, die Römer zu einen und an ihre Vergangenheit zu erinnern. Drei Jahre verbrachte Vergil in Griechenland und Asien, wo er sich ganz seiner „Äneis“ widmete. Zuvor hatte er noch verfügt, kein Vers solle veröffentlicht werden, den er nicht autorisiert habe. Angeblich setzte dem Dichter bei der Rückkehr aus Hellas das Klima zu, die Überfahrt nach Italien tat ein Übriges: Kurz nach seiner Ankunft in Brindisi verstarb Vergil am 21. September 19 v.  Chr. Sein Nachlassverwalter Lucius Varius beugte sich dem Willen des Kaisers und gab das Epos entgegen den Weisungen des Dichters heraus. Unvollendete Halbverse zeugen noch heute vom Anspruch des Autors, sein Werk weiter verbessern zu wollen. Doch auch in dieser Form hatte er den Römern ein „Nationalepos“ vermacht, in dem sie sich erkannten. Schon zuvor hatte Vergil als einer der größten Künstler seiner Zeit gegolten. Nun avancierte er zur nie erreichten Referenz für Schriftsteller, sogar bis in die Neuzeit hinein. Seinen anderen letzten Wunsch aber erfüllte man ihm: Er wurde in Neapel bestattet.

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