7. April 1766 Der Kaiser öffnet die Tore zum Prater - wissenschaft.de
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7. April 1766

Der Kaiser öffnet die Tore zum Prater

Im „Wienerischen Diarium“ erschien am 7. April 1766 eine Meldung, in der der Bevölkerung der Donaustadt die künftige „Parkordnung“ für den Prater bekanntgemacht wurde. Aus dem umzäunten und abgeriegelten kaiserlichen Jagdrevier wurde ein offener, allgemein zugänglicher Vergnügungspark. Schon zum Beginn des 15. Jahrhunderts finden sich Quellen, in denen der Prater als Naturpark aufscheint. Damals gab es neben dem Landesfürsten noch andere Eigentümer an den Donauauen, vor allem das Stift Klosterneuburg und das Himmelpfortkloster. Kaiser Maximilian II. erwarb 1560 den größten Teil dieser klerikalen Besitztümer und gründete dort sein Jagdrevier. Zäune und strenge Kontrollen schirmten die Wiener von ihrer grünen Lunge ab. Über zwei Jahrhunderte blieb das so. Doch dann trat mit Joseph II. ein der Aufklärung verpflichteter Regent auf die Bühne. Nur ein Jahr nachdem ihn seine Mutter Maria Theresia zum Mitregenten erhoben hatte, gab er den Prater zur allgemeinen Benützung frei. Rasch entwickelte sich der Park zum beliebtesten Ausflugsziel der Wiener. Ein Berichterstatter weiß davon, daß „täglich, insbesondere an Festtagen, ein großer Zustrom des Volkes“ zu beobachten war. Und auch der Kaiser, die Kaiserin und die Erzherzöge erschienen dort. Allerdings: Joseph II. verfügte in einer Anordnung, daß niemand ihm oder anderen Mitgliedern der kaiserlichen Familie im Prater seine Ehrerbietung bezeigen solle. Denn dort sollten „alle Leute gleich sein”, und sich vor allem gut unterhalten. Dazu diente bald auch das traditionelle Frühjahrsfest, die Praterfahrt, eine prunkvolle Wagenauffahrt auf der Hauptallee. Das Riesenrad allerdings wurde erst im Jahr 1897 errichtet. Da war aus dem einstigen Naturpark schon längst ein Vergnügungsviertel geworden.

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