19. November 1703 Der Mann mit der Maske - wissenschaft.de
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19. November 1703

Der Mann mit der Maske

Am 19. November 1703 starb in der Pariser Bastille ein etwa 60-jähriger Mann, der am Folgetag unter dem Namen Marchioly beigesetzt wurde. Er war vier Jahre zuvor nach Paris verbracht worden, nachdem er unter anderem im Piemont und auf der Insel Sainte-Marguerite inhaftiert gewesen war. Der geheimnisvolle Gefangene durfte sich niemandem zu erkennen geben, deshalb musste er gegenüber Fremden eine schwarze Maske aus Samt tragen. Der hohe Aufwand, mit dem er bewacht wurde, und seine vergleichsweise komfortable Unterbringung beförderten noch zu seinen Lebzeiten die Spekulationen, es handle sich bei ihm um einen wichtigen Staatsgefangenen.

Kein Geringerer als Voltaire stellte schließlich Nachforschungen über die Identität des Inhaftierten an. Er war es, der behauptete, der Unbekannte habe eine eiserne Maske getragen und sei der Zwillingsbruder des Sonnenkönigs Ludwig XIV. gewesen. Damit schuf er gleichsam den „Mann mit der eisernen Maske“, der als Romanfigur im dritten Band der Trilogie über die „Drei Musketiere“ von Alexandre Dumas Weltruhm erlangte. Die Identität des Maskierten ist bis heute nicht geklärt. Allen der mitunter abenteuerlichen Theorien – er sei Vater, Bruder, Halbbruder Ludwigs XIV., ein Sohn Oliver Cromwells oder ein Kammerdiener gewesen, der von einem Staatsgeheimnis erfuhr – haftet der Makel an, dass es keine verlässlichen Quellenaussagen gibt.

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