01.04.1899 „Die Fackel“ erscheint - wissenschaft.de
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01.04.1899

„Die Fackel“ erscheint

Das riesige Druckwerk umfasst 37 Jahrgänge mit 22 578 Seiten: „Die Fackel“ von Karl Kraus. Gerichtet gegen den tolerierten Machtmissbrauch und eine grassierende Korruption in der österreichisch-ungarischen Monarchie, traf der Autor mit seinen satirischen Angriffen und Kommentaren den Nerv der Zeit. Die Zeitschrift füllte eine Lücke in der Presselandschaft des Wiener „Fin de Siècle“. Und so wurde „Die Fackel“ bereits mit Erscheinen der ersten Ausgabe am 1. April 1899, einem Karsamstag, ein voller Erfolg. Die Erstauflage von 10 000 Exemplaren war im Handumdrehen vergriffen. Insgesamt verkaufte sich die „Nummer 1“ über 30 000-mal. Selbst in den 1920er Jahren, in Zeiten wirtschaftlicher Krisen, besaß „Die Fackel“ eine Verbreitung von 8  000 bis 10 000 Exemplaren.

Rasch wuchs der Umfang an. Während die ersten Publikationen noch zwischen 24 und 36 Seiten besaßen, waren spätere Ausgaben in der Regel mehrere hundert Blatt stark. Überproportional stark stieg das Arbeitspensum für den Herausgeber. Während in den Anfangsjahren Texte von jüngeren und damals noch unbekannten Autoren wie Egon Friedell, Else Lasker-Schüler oder Otto Stoessl in der „Fackel“ erschienen, schrieb Kraus die Artikel seit 1912 selbst. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs begann der Satiriker Kraus, sich kritisch mit dem Krieg auseinanderzusetzen. Die in der „Kriegs-Fackel“ veröffentlichten Szenen erschienen später in Buchform unter dem Titel „Die letzten Tage der Menschheit“. Mit Kraus’ Tod im Jahr 1936 endete auch die Ära des legendären „Kampfblattes“.

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