1. November 1341 Die schamlose Gräfin - wissenschaft.de
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1. November 1341

Die schamlose Gräfin

Einer der größten Skandale des Mittelalters rankt sich um Margarete, die Gräfin von Tirol. Sie war als Zwölfjährige mit dem Luxemburger Johann Heinrich vermählt worden. Das Paar blieb kinderlos, zudem verlief die Ehe unglücklich. Unzufrieden auch mit der Politik ihres Gatten, wandte sich die Gräfin gegen ihn. Als Johann Heinrich am 1. November 1341 von einem Jagdausflug heimkehrte, verweigerte Margarete ihm den Einlaß in die Burg. Auch begann sie, ihr Haar wieder offen zu tragen – ein Zeichen dafür, daß sie ihre Ehe als beendet betrachtete. Gutachten, die von dem ebenfalls an Tirol interessierten Kaiser Ludwig dem Bayern in Auftrag gegeben worden waren, bescheinigten der Gräfin die Ungültigkeit der Ehe; angeblich sei sie wegen Impotenz Johann Heinrichs nie vollzogen worden. Am 10. Februar 1342 verheiratete der Bayer Margarete mit seinem Sohn Ludwig dem Brandenburger, obwohl der Papst einer Scheidung Margaretes nicht zugestimmt hatte und diese nach Kirchenrecht noch immer als verheiratet galt. Der Skandal war perfekt. Margarete wurde nicht nur exkommuniziert, sondern erhielt noch zu Lebzeiten den Schmähnamen „Maultasch“, der sie als „liderliches Weib“ brandmarkte. Obwohl Margarete als ausgesprochen schön galt, nahmen spätere Generationen den Beinamen wörtlich und stellten sich die Gräfin mit mißgestaltetem Mund vor – ein Irrtum, dem auch Lion Feuchtwanger in seinem Roman „Die häßliche Herzogin“ erlag.

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