1. Juli 1614 Die Welser sind bankrott - wissenschaft.de
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1. Juli 1614

Die Welser sind bankrott

Neben den Fuggern gehörten die Welser im 16. Jahrhundert zu den bedeutendsten und einflussreichsten Patrizierfamilien Süddeutschlands. Die in Augsburg und Nürnberg ansässige Welser’sche Handelsgesellschaft brachte es insbesondere durch den Gewürz- und Farbenhandel, den Bergbau und den Geldverleih an europäische Herrscher zu einem großen Vermögen. Verlockend schien den Welsern darüber hinaus die wirtschaftliche Erschließung der Neuen Welt. Gegen eine Geldanleihe erhielten die Augsburger Welser 1528 von Kaiser Karl V. als befristetes Lehen die Statthalterschaft über die Provinz Venezuela. Durch die Kolonialisierung Venezuelas erhofften die Kaufleute sich Profite aus den dortigen Bodenschätzen, Perlen und Edelhölzern, aber auch aus dem Sklavenhandel.

Bald aber schlug die Geldgier in Ernüchterung um; die hochgesteckten Erwartungen erfüllten sich nicht. Als sich die jahre‧lange Suche nach dem Goldreich des sagenumwobenen El Dorado als kostspieliger Fehlschlag erwies, brach die Herrschaft der Welser über Venezuela 1554 zusammen, und für die Patrizierfamilie begann der langsame Abstieg. Hinzu trat die enge Bindung der Welser an das Haus Habsburg, das einen riesigen und letztlich nicht eintreibbaren Schuldenberg angehäuft hatte und so seine Gläubiger in den Ruin trieb. Bereits 1610 wurde die Welser’sche Handelsgesellschaft in Nürnberg aufgelöst, und nur vier Jahre später, am 1. Juli 1614, mussten auch die Augsburger Welser ihre Zahlungsunfähigkeit offenbaren.

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