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09.05.1671

Diebstahl der Kronjuwelen

Wer im 17. Jahrhundert die engli‧schen Kronjuwelen besichtigen wollte, musste sich zum Tower of London begeben, wo sie in einem Gewölbe des Martin Tower seit dem frühen 14. Jahrhundert aufbewahrt wurden. Darüber befand sich die Wohnung des Wächters über die Juwelen. Gegen eine ihm zu zahlende Besichtigungsgebühr durfte man die Kostbarkeiten in der Juwelenkammer bestaunen. So wurde niemand misstrauisch, als der Ire Thomas Blood, verkleidet als Priester und unter dem Vorwand, die Juwelen besichtigen zu wollen, beim 77-jährigen Wächter Talbot Edwards vorstellig wurde. Blood freundete sich sogar mit Edwards und dessen Familie an, versprach gar eine Ehe zwischen seinem (fiktiven) Neffen und einer der Töchter Edwards’.

Am 9. Mai 1671 bat Blood Edwards, ihm und drei Begleitern die Kronjuwelen zu zeigen. In der Juwelenkammer war es für ihn und seine Komplizen dann ein Leichtes, den arglosen alten Mann niederzuschlagen und zu fesseln, nachdem dieser alle Türen und Schutzgitter geöffnet hatte. Während einer der Diebe es schaffte, den Reichsapfel in seine Hose zu stecken, schlug Blood mit dem Hammer auf die St.-Edward-Krone ein, bis sie flach genug war, um unter seinen Mantel zu passen. Das sperrige Zepter mit dem Kreuz wurde in zwei Teile zerbrochen. Alarmiert durch Edwards’ Schreie oder durch dessen Sohn, nahmen Bewaffnete die Diebe fest. König Karl II. war jedoch so beeindruckt von Thomas Bloods Kühnheit, dass er ihn nicht nur begnadigte, sondern ihmauch noch Landbesitz in Irland verlieh.

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