8. November 969 Ehrensitz für Fulda - wissenschaft.de
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8. November 969

Ehrensitz für Fulda

„Daher bestimmen wir, daß der Abt von Fulda den vornehmsten Sitzplatz vor allen anderen Äbten Galliens und Germaniens, wo auch immer sie zusammenkommen, beanspruchen darf.“ Abt Werner von Fulda konnte mit dem Wortlaut des Privilegs, das Papst Johannes XIII. am 8. November 969 ausgestellt hatte, sehr zufrieden sein. Nun hatte er schwarz auf weiß, wovon er immer überzeugt gewesen war: Der Abt von Fulda übertraf alle anderen Benediktineräbte im Reich an Rang und Ansehen. Schließlich stand er einem Kloster mit überragender Bedeutung vor, das vom heiligen Bonifatius gegründet worden war und dessen Gebeine beherbergte. Tatsächlich war der primatus sedendi, das Vorrecht des Ehrensitzes, vor allem von symbolischer Bedeutung: Aller Welt wurde der Anspruch des Abtes von Fulda auf eine Vorrangstellung vor Augen geführt. So mußten sogar die Waffen sprechen, als 100 Jahre später auf einem Hoftag Bischof Hezilo von Hildesheim dem Fuldaer Abt Widerad den Ehrenplatz neben dem Mainzer Erzbischof streitig machen wollte. Obwohl es bald andere Klöster wie etwa Cluny waren, die Fulda an politischem Einfluß und kulturellem Glanz übertrafen, berief man sich in der Bonifatius-Gründung zu allen Zeiten mit Stolz auf sein Ehrenprimat.

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Gi|gan|to|ma|nie  〈f. 19; unz.; abwertend〉 Neigung, alles in riesenhaften Dimensionen anzulegen bzw. darzustellen ● die nationalsozialistische Architektur war ein Ausdruck von ~ [<grch. gigas, ... mehr

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