260 Ein römischer Kaiser als Geisel - wissenschaft.de
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260

Ein römischer Kaiser als Geisel

Der Vordere Orient war seit jeher umstrittenes Gebiet zwischen den Römern und ihren östlichen Nachbarn. Im 3. Jahrhundert war Rom so geschwächt, dass es den persischen Angriffen wenig entgegenzusetzen vermochte. Sogar die blühende Stadt Antiocheia, eine der größten des ganzen Reichs, wurde erobert. Im Jahr 255 zog Kaiser Valerian nach Osten, um seinen Feind, König Schapur, in die Schranken zu weisen. Nach mäßigen Erfolgen der ersten Jahre endete der Feldzug im Jahr 260 im Desaster: Zum ersten Mal in Roms Geschichte geriet ein Kaiser in Gefangenschaft! Obwohl Valerians Sohn dessen Nachfolger wurde, bemühte er sich offenbar nicht um eine Auslösung seines Vaters. Die offiziellen römischen Quellen hüllen sich jedenfalls dazu in Schweigen.

Schapur ließ seinen Coup in gewaltigen Felsreliefs feiern. Nahe Persepolis im heutigen Iran kündet ein Bericht in drei Sprachen von den Siegen des Königs, und Bilder veranschaulichen die Niederlage der Römer. Die christliche Literatur stimmte in die persische Siegespropaganda ein. In seiner kurzen Herrschaft hatte Valerian eine gnadenlose Verfolgung der Christen angeordnet.

Schadenfroh stellte sich der christliche Autor Laktanz vor, wie Schapur Valerian demütigte, folterte und seine leiblichen Überreste in einem heidnischen Tempel ausstellen ließ – wie es einem Feind Gottes zukam. Tatsächlich ist jedoch nichts über das wirkliche Ende des Kaisers bekannt. Er starb wohl bald in Gefangenschaft.

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