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20. Mai 1347

Ein Volkstribun in Rom

Als das Papsttum zu Beginn des 14. Jahrhunderts Rom verließ und sich in Avignon niederließ, blieb die Ewige Stadt in Chaos und Verfall zurück. Cola di Rienzo, Sohn eines Schankwirts und Notar der städtischen Kammer in Rom, sah die Ursachen für den kulturellen und wirtschaftlichen Niedergang in den nicht enden wollenden Kämpfen zwischen den verfeindeten römischen Adelsfamilien, namentlich den Orsini und den Colonna. Am 20. Mai 1347 rief er daher nach antikem Vorbild auf dem Kapitol unter dem Jubel des Volkes die Republik aus. Er vertrieb den römischen Adel aus der Stadt und führte durch eine Neuordnung der städtischen Finanzen und Verwaltung einen wirtschaftlichen Aufschwung herbei. Als er jedoch die Souveränität Roms gegenüber Papst und Kaiser forderte, sich die Anzeichen von Größenwahn mehrten und er sich den Titel „Kandidat des heiligen Geistes, Ritter Nicolaus der Gestrenge und Gnädige, Befreier der Stadt, Eiferer für Italien, Freund des Erdkreises, erhabener Tribun“ verlieh, wendete sich das Blatt: Der vertriebene Stadtadel verbündete sich gegen ihn, vom Papst wurde er exkommuniziert. Cola di Rienzo floh im Dezember 1347 aus Rom. Im Auftrag Papst Innozenz’ VI. kehrte er zwar 1354 als Senator zurück, die Stadtbevölkerung wandte sich jedoch gegen den nun als Tyrannen Empfundenen. Nur wenige Monate nach seiner Rückkehr wurde er ermordet.

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