07.04.1766 Eine Wiese fürs Volk - wissenschaft.de
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07.04.1766

Eine Wiese fürs Volk

Auch Wien kann eine „Wiesn“ sein eigen nennen, und dies bereits seit 1162. Friedrich Barbarossa schenkte damals Konrad „de Prato“ das zwischen dem Fluss Schwechat, der Donau und dem Dorf Mannswörth gelegene Gut „Pratvum“ (lateinisch pratum: Wiese). Das Gebiet mit seinen Wäldern und Auen eignete sich hervorragend zur Jagd und wurde, nun bereits als „Prater“ bezeichnet, 1560 von Kaiser Maximilian I. zu diesem Zweck erworben. Die reichen Wildbestände lockten indes immer wieder Wilderer an und veranlassten Kaiser Rudolf II., das Betreten des Geländes unter Strafe zu stellen. Der Prater war nun ein umzäuntes Jagdgebiet.

Am 7. April 1766 gestattete Kaiser Joseph II. der Bevölkerung, das Gebiet zwischen Sonnenauf- und -untergang zu Spaziergängen zu nutzen. Wenige Jahre später fielen auch die letzten Gitter, und der Prater war auch zur Nachtzeit für jedermann frei zugänglich. Jetzt gestattete der Kaiser die Einrichtung von Kaffeehäusern. Während das eigentliche Parkareal im Lauf der Zeit auf etwa sechs Quadratkilometer verkleinert wurde, entwickelte sich der Westteil des Praters immer mehr zum Vergnügungsareal, dem „Wurstlprater“. Seinen Namen verdankt dieser der populären Figur des „Hanswurst“, der auf den Puppen- und Volkstheaterbühnen des Praters seine Heimat hatte. Neben dem Planetarium und diversen Fahrgeschäften ist wohl das 1896/97 errichtete Riesenrad die berühmteste Attraktion des Wurstlpraters und für viele eines der markantesten Wahr‧zeichen Wiens.

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