11.06.1258 Englische Verfassung - wissenschaft.de
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11.06.1258

Englische Verfassung

König Heinrich III. von England war in einer prekären Lage. Er war nicht nur finanziell, sondern auch militärisch auf die Unterstützung des Adels angewiesen, doch unkluge politische Entscheidungen hatten das Staatsvermögen schrumpfen und die Kritik an seiner Herrschaft wachsen lassen. Als die mächtigen Barone im Frühjahr 1258 sogar androhten, zu den Waffen zu greifen, willigte Heinrich in die Bildung eines Ausschusses ein, der ein Reformprogramm erarbeiten sollte. Unter der Führung von Simon de Montfort, dem sechsten Earl von Leicester, fanden sich im Jahr 1258 24 Männer in Oxford zusammen.

Ergebnis ihrer Arbeit waren die „Bestimmungen von Oxford“ („Provisions of Oxford“) vom 11. Juni 1258. In die Regierungstätigkeit des Königs und seines Rates sowie in die Kontrolle über die Staatskasse sollte künftig ein ständiger 15-köpfiger Herrschaftsrat einbezogen werden. Dreimal im Jahr sollten sich zudem Parlamente, zusammengesetzt aus dem Königlichen Rat und zwölf Vertretern der Barone, zu Beratungen zusammenfinden. Auch die Verwaltung und die Gerichtsbarkeit auf lokaler Ebene erfuhren Änderungen.

Diese „Bestimmungen von Oxford“ wurden ein Jahr später in den „Bestimmungen von Westminster“ noch einmal erweitert. König Heinrich leistete zähneknirschend den Eid, den Gesetzeswerken Folge zu leisten. Doch schon 1261 bot sich ihm – dank päpstlicher Hilfe und aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Adligen – die Möglichkeit, die „Bestimmungen“ zu widerrufen. Sie gelten aber trotzdem als erste Verfassung Englands.

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