17 Erdbeben in Kleinasien - wissenschaft.de
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Erdbeben in Kleinasien

In einer fatalen Nacht des Jahres 17 n. Chr. bebte im westlichen Kleinasien die Erde. Noch zwei Generationen später beschrieb Plinius der Ältere dieses Erdbeben als das heftigste seit Menschengedenken. Tacitus schildert anschaulich das grauenvolle Ereignis: Die Berge stürzten ein, die Ebene hingegen sei durch die Naturkräfte zu neuen Bergen aufgetürmt worden. Da sich die Katastrophe mitten in der Nacht ereignete, hätten die Menschen nicht ins Freie fliehen können und „stürzten in Erdspalten“. Zwölf große, blühende Städte wurden auf einen Schlag wortwörtlich dem Erdboden gleichgemacht.

Kaiser Tiberius beschloss Sofortmaßnahmen: Sardis, die am schlimmsten betroffene Stadt, erhielt zehn Millionen Sesterzen als Unterstützung und wurde auf fünf Jahre von jeglichen Abgaben befreit. Auch die anderen Gemeinwesen bekamen vergleichbare Hilfen je nach Schwere der Schäden. Außerdem sollte Marcus Ateius, vom Senat entsandt, die Lage vor Ort untersuchen und weitere Maßnahmen vorschlagen. Zum Dank für diese Fürsorge errichteten die Städte gemeinsam ein Monument in Rom: Um eine riesige Statue des Kaisers standen Skulpturen, die die einzelnen Städte repräsentierten. Zudem benannten sich einige der Städte um und trugen fortan „Caesar“ in ihrem neuen Namen. Tiberius selbst lobte seine Großzügigkeit auf reichsweit umlaufenden Münzen, während die Städte ihrer Dankbarkeit in ihrer lokalen Münzprägung Ausdruck verliehen.

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