15.02.1902 Erste U-Bahn eingeweiht - wissenschaft.de
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15.02.1902

Erste U-Bahn eingeweiht

„Heute endlich“, so berichtete der Berliner „Lokal-Anzeiger“, „hat die Eröffnung der Berliner elektrischen Hoch- und Untergrundbahn stattgefunden.“ Die erste Fahrt wurde von geladenen Gästen, darunter dem Minister für öffentliche Arbeiten Carl von Thielen, begleitet. Die sechs Kilometer lange Strecke führte vom unterirdischen Bahnhof „Potsdamer Platz“ nach Osten bis zum Stralauer Tor.

Bereits seit Anfang der 1890er Jahre arbeitete die Firma Siemens &Halske an der Idee, eine Hochbahn zwischen den Berliner Bahnhöfen „Schlesisches Tor“ und „Zoologischer Garten“ zu errichten. Von 1897/98 an erfolgten konkrete Planungen, um die Engpässe der Pferdebahnen in der schnell wachsenden Stadt zu beseitigen. Doch bei vielen Bürgern stießen die stählernen Hochtrassen in der Straßenmitte auf ein geteiltes Echo. Eine unterirdische Tunnelführung hielt man aber wegen des sandigen Bodens und befürchteter Schäden an der Kanalisation nicht für sinnvoll. Auch Kaiser Wilhelm II. teilte die ästhetischen Bedenken. Einer Hochbahn entlang der neu erbauten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche verweigerte er seine Zustimmung. So führte man die Bahn nun doch vom Nollendorfer Platz unterirdisch in Richtung Zoo weiter, um den kaiserlichen Vorgaben zu entsprechen.

Mit der „Ministerfahrt“ am 15. Februar 1902 begann nicht nur für die Berliner, sondern auch für die deutsche Verkehrsgeschichte ein neues Kapitel: Berlin war Vorreiter der U-Bahn; das damals noch selbständige Schöneberg folgte 1910, 1912 dann Hamburg. In München wurde dagegen erst 1971 eine U-Bahn gebaut.

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