22. Februar 1371 Erster Stuart auf Schottlands Thron - wissenschaft.de
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22. Februar 1371

Erster Stuart auf Schottlands Thron

Es war ein erstaunlicher Weg zur Macht, den die Familie Stuart zurücklegte, bevor mit Robert II. zum erstenmal einer ihrer Söhne den schottischen Thron erklomm. Die Familie hatte ein Amt inne, das im hochmittelalterlichen Frankreich Seneschall, im Deutschen Reich Truchseß genannt wurde – und in England eben Stuwart oder Stewart. Von diesem Hofamt, das die Hof- und Güterverwaltung, die Aufsicht über das Personal und die Versorgung der königlichen Tafel umfaßte, hatte das Geschlecht seinen Namen. Roberts Ahnen stammten aus der Bretagne, der erste Nachweisbare unter ihnen, Alan le Sénéchal, setzte 1097 über den Kanal, um dem englischen König zu dienen. Zwei von Alans Söhnen wanderten weiter nach Norden, wo einer von ihnen seinem Namen alle Ehre machte und als Stuwart am Hofe des schottischen Königs David I. diente. Dies setzte sich bei den Söhnen fort, denn Titel und Amt waren erblich. Gut 130 Jahre später schließlich war Walter, der sechste Stuwart, nicht nur der engste Vertraute seines Königs, sondern wurde auch sein Schwiegersohn. Aus der Ehe von Walter und der Königstochter Marjorie Bruce ging Robert hervor, der trotz dieser Verbindung zur legitimierten Dynastie schon 55 Jahre alt war, als er am 22. Februar 1371 endlich König werden konnte.
Er war kein sonderlich erfolgreicher, aber trotzdem beliebter Herrscher. Vor allem, weil er in der Schlacht von Otterburn 1388 für einen der seltenen Siege über die Engländer sorgte. Am nachhaltigsten ist Robert wegen seiner vielen Kinder in Erinnerung geblieben, unter ihnen nicht wenige illegitime. Und natürlich, weil er der erste in der großen Reihe der meist glücklosen Stuart-Herrscher war. Die Familie stellte bis 1688 alle Könige von Schottland, in der Zeit von 1603 bis 1688 auch die von England.

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